Februar 22nd, 2007 by Ruediger
Beim Surfen habe ich zufällig einen Artikel mit dem Titel “Microsoft Office 2007 sendet heimlich Nutzerdaten an Marketingfirma” gefunden (sternshortnews, news-id 656565). Mein erster Gedanke war: Schon wieder jemand der versucht, Microsoft etwas anzuhängen. Allerdings bin ich der Quelle gefolgt und und landete bei der Netzzeitung beim Artikel “Spionagevorwürfe gegen Microsoft“. Als Quelle hier wird ein Artikel in der PC PRAXIS angegeben. Ich konnte mir das nicht so recht vorstellen und wollte mir ein eigenes Bild machen. Mit ziemlich dürftigen Mitteln (TCPView for Windows) habe ich das Szenario durchgespielt.
- TCPView gestartet
- Microsoft Word 2007 gestartet
- Online-Hilfe aufgerufen (der button rechts oben in der Ecke)
Ergebnis:
Ich konnte es kaum glauben: CLVIEW.EXE baut eine Verbinung nach m.webtrends.com per http auf!

M.webtrends.com ist definitiv ein Server der Marketingfirma webtrends, und CLVIEW.EXE scheint der Name des MS-online-Hilfe-Clients zu sein.
Ob, und wenn ja, welche Daten übertragen werden, kann ich nicht sagen. Aber alleine schon der Verbindungsaufbau der weltweit verbreitetsten Office-Suite zu einer Internet-Marketingfirma stärkt nicht gerade mein Vertrauen in das Produkt. Ich denke, es werden in nächster Zeit einige Untersuchungen in dieser Richtung stattfinden, ich werde diese sicherlich mit grossem Interesse verfolgen und auch hier berichten.
Nachtrag:
Mittlerweile ist unter Microsoft.com eine Presseerklärung zu diesem Fall erschienen. Was genau übertragen wird, wird hier nicht erwähnt.
Hier ein Ausschnitt aus der Erklärung:
“[...] Die Kommunikation zwischen Office und WebTrends findet nur dann statt, wenn der Anwender die Hilfefunktion benutzt. Diese verbindet sich dann mit einer Website. Die Daten, die WebTrends sammelt und analysiert, verwenden wir dazu, unsere Online-Hilfe benutzerfreundlicher zu machen. Dabei werden keine persönlichen Daten gesammelt“, erklärt Pamela Sindall, Managerin im Bereich Office User Assistance bei der Microsoft Corporation. Diese Daten werden zudem nur dann erhoben, wenn der Anwender die Online Hilfe einsetzt (nicht selbständig). Es handelt sich bei dieser Datenerhebung um eine für Dienste dieser Art durchwegs Industrieweit angewendete Praxis. [...]“
Heise beschäftigt sich hier ebenfalls mit diesem Thema.
Weiterführende Artikel und Diskussionen:
XSBlog2.0beta
November 22nd, 2006 by Ruediger
Gleich die Ernüchterung, man kann nur ein DVD-image runterladen mit allen Versionen drauf. Na gut, was soll´s. Währenddessen Sicherung vom Laptop erstellt und den Windows Vista Upgrade Advisor drüberlaufen lassen. Laut diesem tool ist alles ok, es sind natürlich ein paar neue Treiber nötig, kein Problem. Ich also DVD ins Laptop (Acer Aspire 1700, 3Ghz, 1,5GB RAM) und gebootet. Nach ca. 20 Sekunden: BLUESCREEN. STOP-Fehler xxx05. Naja, soviel hat sich wohl doch nicht zu XP geändert..
 Eine kurze Suche in der Knowledgebase von MS bring das Ergebnis: das BIOS ist wohl nicht 100% ACPI-kompatibel. Noch ein Versuch: Aktuelles BIOS runtergeladen, installiert, alles auf default gestellt, legace-Anschlüsse deaktiviert, boot: bluescreen. Grmmml. Letzte Idee: Installation über den safe-mode. Dieser letzte Strohalm wird leider auch durch einen bluescreen zunichte gemacht. Ich denke, ein “der upgrade advisor hat aber gesagt, das geht…” hilft wohl auch nicht. Nach einiger Recherche dann die Ernüchterung. Ich glaube, das Aspire 1700 (~2 Jahre alt) ist das einzige Laptop von Acer, das nicht Vista-ready ist. 1680 geht, 1690 geht, 1710 geht, … arhg.
Toll.
Was habe ich gelernt:
- Es gibt noch bluescreens
- Schau erst auf der Herstellerseite nach…
- Ich werde noch einige Zeit mit XP prof arbeiten (und bin froh drum)
ps: Ein Kollege von mir hat´s bei sich installiert (sauberes update von xp), ohne bluescreen. Was man einfach eingestehen muss, es sieht klasse aus. Allerdings ist auch im “classic-design” noch so viel eye-candy und Spielerei drin, dass auch diese Ansicht ziemlich zäh ist. Und, sorry, aber die icons erinnern mich an KDE…
November 16th, 2006 by Ruediger
Die PowerShell (nennen wir sie doch einfach mal “PoSH”) ist eine extrem erweiterte Kommandozeilenumgebung für Windows mit Skripting-Fähigkeiten. Alleine das reichte, um mein Interesse zu wecken, daher schaue ich mir diese jetzt mal etwas genauer an.
Der Anfang ist leicht: PowerShell runtergeladen (1,67MB), Start der Installation: Fehlanzeige, es wird das .NET Framework 2.0 (22,4MB) benötigt. Nach der Installation des selbigen und der widerholten Ausführung der Installationsroutine der PowerShell, lässt sich diese auch ohne Probleme und zügig installieren (es gibt nichts zu konfigurieren). So, jetzt noch die Dokumentation runterladen, um einen kurzen Überblick zu bekommen… Fehlanzeige. Die Doku, inklusive “Getting Started Guide”, “Windows PowerShell User Guide” und “Quick Reference” steht nur für die PowerShell RC2 zur Verfügung, und auch nur nach Registrierung… Na gut, also schweren Herzens registriert, um an die Doku zu kommen. Diese besteht, etwas untypisch und meiner Meinung nach nicht ganz zeitgemäss, aus 4 .rtf-Dateien.
Die PowerShell kann über das Startmenü oder über “Start” – “Ausführen” “powershell” gestartet werden. Als erstes fällt auf: Die Shell scheint sehr objektorientiert aufgebaut zu sein – und sehr komplex, dazu später wohl noch mehr. Mit dem Kommando “get-help command-name” kann ich mir eine Hilfe zu “command-name” anzeigen lassen, das selbe geht mit “man command-name”, diese Ausgabe hat wirklich sehr grosse Ähnlichkeit mit einer UNIX-manpage.

Die PowerShell ist um sogenannte “command-lets” aufgebaut, quasi build-in-commands. Das Kommando “get-date” ist eines dieser command-lets, mit “get-command” bekomme ich eine Liste der vorhandenen command-lets. Sehr interessant ist hier mit Sicherheit “get-service”, “get-eventlog” und “get-wmiobject”, um nur einige wenige zu nennen.
Eine sehr interessante bedenkliche Möglichkeit liegt in der Behandlung der Registry, als wäre sie ein lokales Laufwerk, was die Navigation angeht (yep, die <> funktioniert als completion!).

Ein Wermutstropfen ist definitiv: Die Shell scheint weit über 20MB an RAM zu benötigen (obwohl sie bei mir höchstens eine Stunde lief und kaum Kommandos ausgeführt wurden)! Wie das Verhalten bei mittleren bis grossen Skripten ist, ist mir momentan noch schleierhaft, hier ein gekürzter Auszug aus dem Taskmanager unter Windows XP Professional:

Ich werde die Shell in den nächsten Tage mal im Detail ausprobieren, einige Fragen bleiben allerdings offen:
- Wer setzt sie ein?
90% der Windowsler konfigurieren ihr System über den normalen GUI-Weg und sind froh, nichts mit CLI zu tun zu haben.
Die restlichen 10% haben so detailliertes Wissen, dass sie ihre Aufgaben mit den (zum Teil gut versteckten) Standardtools lösen können, also, wer ist genau die Zielgruppe?
- Beherrschbarkeit?
Der erste Eindruck davon: MÄÄÄCHTIG. Vielleicht zu mächtig? Benötige ich CLI-Zugriff auf die Registry? Bringt mir Objektorientierung in dieser Hinsicht grosse Vorteile (schon klar, ich habe schon einige Kommentare auf Heise gelesen “Es gibt so viele Unix-shells, aber MS macht einmal eine Shell, und die gleich richtig, die ist sogar objektorientiert”) und ist der Aufwand vertretbar?
- Was bringt die Zukunft?
Es gab MS-DOS mit der normalen Shell, dann kam die cmd-shell. Als nächstes kam der Windows Scripting Host und nun eine, alles-könnende, “PowerShell”. Wo ist die Kontinuität? Kann ich mir sicher sein, dass die PS in der nächsten Windows-Version nicht durch eine “Giga-Shell” abgelöst wird? Unix-scripts kann ich wohl in 10 Jahren noch ausführen, und Unix-scripts von 1990 kann ich jetzt ebenfalls noch ausführen, ist das hiermit auch möglich – das sind meine Bedenken.
Grundsätzlich macht die Shell einen sehr mächtigen Eindruck. Die Zukunft wird zeigen, ob man so eine mächtige “Alleskönner-Shell” in einem Produkt, quasi auf Knopfdruck, zu einem mächtigen und viel genutzten Standard-Windows-tool machen kann. Ich habe eher die Befürchtung, dass die PowerShell so überfrachtet ist, dass sie wirklich nur von einer Randgruppe verwendet wird.
Ich freue mich gerne über Kommentare (egal in welche Richtung
) zu diesem Thema, vielleicht von anderen, die sie schon getestet haben.
Soweit, schluss für heute, mit 2 Zitaten aus dem Heise-Forum und einer kleinen Linksammlung zu diesem Thema, verabschiede ich mich.
Funktioniert doch gar nicht – PowerShell hat doch mehr als acht Buchstaben!
–snopo–
30 Jahre nach Unix, 15 nach Linux und 6 Jahe nach OS X
–iAm II.–
Links zu diesem Thema:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/81057
http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?list=1&forum_id=108321
http://www.microsoft.com/downloads/
http://blogs.msdn.com/powershell/
http://www.heise.de/kiosk/archiv/ct/05/26/234/
http://www.microsoft.com/windowsserver2003/technologies/management/powershell/default.mspx
http://www.computerbase.de/lexikon/Windows_PowerShell