Im Test: Die Windows PowerShell 1.0
Die PowerShell (nennen wir sie doch einfach mal “PoSH”) ist eine extrem erweiterte Kommandozeilenumgebung für Windows mit Skripting-Fähigkeiten. Alleine das reichte, um mein Interesse zu wecken, daher schaue ich mir diese jetzt mal etwas genauer an.
Der Anfang ist leicht: PowerShell runtergeladen (1,67MB), Start der Installation: Fehlanzeige, es wird das .NET Framework 2.0 (22,4MB) benötigt. Nach der Installation des selbigen und der widerholten Ausführung der Installationsroutine der PowerShell, lässt sich diese auch ohne Probleme und zügig installieren (es gibt nichts zu konfigurieren). So, jetzt noch die Dokumentation runterladen, um einen kurzen Überblick zu bekommen… Fehlanzeige. Die Doku, inklusive “Getting Started Guide”, “Windows PowerShell User Guide” und “Quick Reference” steht nur für die PowerShell RC2 zur Verfügung, und auch nur nach Registrierung… Na gut, also schweren Herzens registriert, um an die Doku zu kommen. Diese besteht, etwas untypisch und meiner Meinung nach nicht ganz zeitgemäss, aus 4 .rtf-Dateien.
Die PowerShell kann über das Startmenü oder über “Start” – “Ausführen” “powershell” gestartet werden. Als erstes fällt auf: Die Shell scheint sehr objektorientiert aufgebaut zu sein – und sehr komplex, dazu später wohl noch mehr. Mit dem Kommando “get-help command-name” kann ich mir eine Hilfe zu “command-name” anzeigen lassen, das selbe geht mit “man command-name”, diese Ausgabe hat wirklich sehr grosse Ähnlichkeit mit einer UNIX-manpage.

Die PowerShell ist um sogenannte “command-lets” aufgebaut, quasi build-in-commands. Das Kommando “get-date” ist eines dieser command-lets, mit “get-command” bekomme ich eine Liste der vorhandenen command-lets. Sehr interessant ist hier mit Sicherheit “get-service”, “get-eventlog” und “get-wmiobject”, um nur einige wenige zu nennen.
Eine sehr interessante bedenkliche Möglichkeit liegt in der Behandlung der Registry, als wäre sie ein lokales Laufwerk, was die Navigation angeht (yep, die <> funktioniert als completion!).

Ein Wermutstropfen ist definitiv: Die Shell scheint weit über 20MB an RAM zu benötigen (obwohl sie bei mir höchstens eine Stunde lief und kaum Kommandos ausgeführt wurden)! Wie das Verhalten bei mittleren bis grossen Skripten ist, ist mir momentan noch schleierhaft, hier ein gekürzter Auszug aus dem Taskmanager unter Windows XP Professional:

Ich werde die Shell in den nächsten Tage mal im Detail ausprobieren, einige Fragen bleiben allerdings offen:
- Wer setzt sie ein?
90% der Windowsler konfigurieren ihr System über den normalen GUI-Weg und sind froh, nichts mit CLI zu tun zu haben.
Die restlichen 10% haben so detailliertes Wissen, dass sie ihre Aufgaben mit den (zum Teil gut versteckten) Standardtools lösen können, also, wer ist genau die Zielgruppe? - Beherrschbarkeit?
Der erste Eindruck davon: MÄÄÄCHTIG. Vielleicht zu mächtig? Benötige ich CLI-Zugriff auf die Registry? Bringt mir Objektorientierung in dieser Hinsicht grosse Vorteile (schon klar, ich habe schon einige Kommentare auf Heise gelesen “Es gibt so viele Unix-shells, aber MS macht einmal eine Shell, und die gleich richtig, die ist sogar objektorientiert”) und ist der Aufwand vertretbar? - Was bringt die Zukunft?
Es gab MS-DOS mit der normalen Shell, dann kam die cmd-shell. Als nächstes kam der Windows Scripting Host und nun eine, alles-könnende, “PowerShell”. Wo ist die Kontinuität? Kann ich mir sicher sein, dass die PS in der nächsten Windows-Version nicht durch eine “Giga-Shell” abgelöst wird? Unix-scripts kann ich wohl in 10 Jahren noch ausführen, und Unix-scripts von 1990 kann ich jetzt ebenfalls noch ausführen, ist das hiermit auch möglich – das sind meine Bedenken.
Grundsätzlich macht die Shell einen sehr mächtigen Eindruck. Die Zukunft wird zeigen, ob man so eine mächtige “Alleskönner-Shell” in einem Produkt, quasi auf Knopfdruck, zu einem mächtigen und viel genutzten Standard-Windows-tool machen kann. Ich habe eher die Befürchtung, dass die PowerShell so überfrachtet ist, dass sie wirklich nur von einer Randgruppe verwendet wird.
Ich freue mich gerne über Kommentare (egal in welche Richtung
) zu diesem Thema, vielleicht von anderen, die sie schon getestet haben.
Soweit, schluss für heute, mit 2 Zitaten aus dem Heise-Forum und einer kleinen Linksammlung zu diesem Thema, verabschiede ich mich.
Funktioniert doch gar nicht – PowerShell hat doch mehr als acht Buchstaben!
–snopo–
–iAm II.–
Links zu diesem Thema:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/81057
http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?list=1&forum_id=108321
http://www.microsoft.com/downloads/
http://blogs.msdn.com/powershell/
http://www.heise.de/kiosk/archiv/ct/05/26/234/
http://www.microsoft.com/windowsserver2003/technologies/management/powershell/default.mspx
http://www.computerbase.de/lexikon/Windows_PowerShell






>Ich freue mich gerne über Kommentare (egal in welche Richtung…
OK. Dann hab ich mal ne Frage. Warum schickst Du Trackbacks, ohne auch nur einen Bezug auf den gepingten Blogeintrag zu nehmen(blog.der-link.de)?